„I’d like to shout down through a hole in the ceiling of time and advise the people of a hundred years ago: If you want your secrets kept, whisper them into the ear of your dearest, most trusted friend. Do not trust the keyboard and screen. If you do, we’ll know everything.“
Aus: Was wir wissen können (What We Can Know) I Ian McEwan
Weil das heutige Lied keinen Text hat, gibt es ein Zitat aus dem Buch, das ich gerade erst begonnen habe. Weil es wunderbar zu den Zeilen Ian McEwans passt. Weil das Bild passt und die heutige Stimmung am Meer (rau, stürmisch, ein wenig durchbrechendes Licht). Und weil Christian Löffler heute sein neues Album „Until we meet again“ veröffentlicht hat … gibt es genau diese Kombi. Wenn ich von hier aus in die Dünen schaue, auf die vom Wind gepeitschten, aber nicht bezwungenen Bäume, höre ich Christians Musik. Er hat das Meer in seinen Songs und selbst im Blut. Das passt einfach. Auch, zum dystopischen „Was wir wissen können.“
Wenn ich herausschaue, dann wirkt „Was wir wissen können“ von McEwan stark. Im Interview von Denis Scheck mit dem Autor geht es um das, was wir uns mit Zerstörungen jedweder Art selbst genommen haben.
Aus seinem Roman entspringt eine zentrale Frage:
Beneiden uns unsere Nachkommen?
Die Geschichte spielt im Jahr 2119 — einer Zeit, in der nichts mehr so ist, wie es einmal war.
Unsere Gegenwart ist ihre Vergangenheit.
Sie blicken auf uns mit großer Wut und Neid.
Neid auf die Schönheit, die wir noch besitzen.
Wir werden – so scheint es – in seinem Buch zu verantwortungslosen, gierigen Vorfahren. Wie McEwan weiß, sind wir das heute ja auch.
So genieße ich am letzten Tag hier die Sonne, den Wind, das Meer und die Freiheit. Freue mich auf’s Wiederkommen.
Und hoffe, dass trotz all der unschönen Dinge, die bereits in den ersten 22 Tagen des Jahres 2026 geschehene sind, McEwans Bild der Zukunft nur Literatur bleibt.







