No fisherman’s slave.

„We went down to the edge of the water.
You were afraid to go in.
You said there might be sharks out there in the ocean.
And I said I’m only going for a swim.“

No Mermaid I Joan Baez

Immer noch der Tag des Wals oder: Warum sind wir so blind für unsere eigene Schuld?

Der Buckelwal liegt noch immer vor Poel. Nun, wo sich alle abgearbeitet habe, hoffe ich, dass das Tier endlich seine Ruhe findet.

Es ist kaum zu ertragen, was zum Fall gesagt und geschrieben wird. Warum überlassen wir nicht jeden, die Ahnung, Erfahrung haben PLUS das Herz für ein so wundervolles und so leidendes Tier, das Wort und die Taten?

Eine Handvoll guter Artikel ordnen das Thema gut ein. Der Artikel im Spiegel, der alle Seiten versucht – so gut das eben geht- objektiv darzustellen. Vor allem aber geht es hier – weniger um den Wal als im das, was wir Menschen immer und immer wieder offenbaren: „Ein Wal stirbt, ein Land schaut zu – und plötzlich wächst der Hass„

Oder auch as Interview mit den Biologinnen Anja Gallus und Lisa Klemens, vom Meeresmuseum. Hier geht es, wenn der Titel „Die Menschen wollen immer ein Happy End“ anderes vermuten lässt – einfach nur um den Wal. Danke dafür.

Oder ganz wissenschaftlich, deutlich und in Abwägung aller relevanter Gedanken dazu: das Statement der British Divers Marine Life Rescue.

Gut, dass bald die Fußball-WM losgeht. Dann haben wir wieder um die 80 Millionen Fußball-Expertinnen und Experten, die sich an jedem Spieler, an jedem Trainer und überhaupt an jedem Ball abarbeiten dürfen. Da haben wir ja mittlerweile ausreichend Expertise.

In der Meeresbiologie, der Rettung von Großwalen … nein, da sind wir noch weit von entfernt. Und ich wünsche mir zutiefst, dass wir es auch nicht werden müssen.

Blind für die wahren Schuldigen

Denn schon lange geht es nicht mehr um den Wal. Es geht um Schuld und Bauernopfer. Hass und Hetze. Überall.

Wenn wir einen Schuldigen oder eine Schuldige wollen, brauchen wir kein Facebook/etc. öffnen, keine Fahrt (bei den Spritpreisen ja auch nicht klug) mit bunten Transparenten nach Poel zum Demonstrieren oder Steinewerfen (ja, die Biologinnen können nur unter Polizeischutz zum Wal).

Nein! Das Fischbrötchen in der einen Hand, in der anderen das große „Fuck you, xxx, rettet den Wal!!“- Transparent können wir getrost aus der Hand legen.

Wir brauchen nur in unseren Kühlschrank oder in den Spiegel schauen. Unser Konsum entscheidet mit, was da auf dem Meer und hinter den Stalltüren geschieht. Wenn ich auf Fisch und Fleisch – weitestgehend wenigstens – verzichte, werde ich mehr ausrichten, als mit Hass und Hetze so zu tun, als sei ich so wissend genug, die Expertinnen und Helfenden vor Ort in Gut und Böse einzuteilen.

Daily Shot

Schiff auf der Weser in der Überseestadt

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