Die Maultierbunker von Blåvand. Diese verdammten Bunker. Ich mag sie kaum als Relikte bezeichnen, weil das Wort nicht annähernd die Grausamkeit wiedergibt, für die sie gebaut wurden. Die Bunker hier in Westdänemark sind Teil des Atlantischen Atlantikwalls. Schutzbauten aus dem 2. Weltkrieg, errichtet von den Nazis. Es gibt hier viele dieser Verteidigungsanlagen. Tausende. Nach Ende des Krieges wurden zwar einige entfernt, aber eben nicht alle. Zu teuer.
Vier Maultiere und die Hoffnung auf Frieden
Die vier Maultierbunker sind Teil Geschichte und Teil Kunst. Warnung. Ausblick. Hoffnung. Vor allem Hoffnung. Der englische Künstler Bill Woodrow hat aus den Bunkern im Jahre 1995 Maultierskulpturen gemacht. Aus Metallplatten verwandelte er sie mit Köpfen und Schwänzen in Maultiere, deren Blick Richtung Nordsee geht. Passend nannte er sein Kunstwerk „riding into the sea“. Als Symbol für den Abzug des Krieges. Als Symbol für das Vergehen des Krieges. Denn mutmaßlich werden die Bunker irgendwann im Meer verschwinden. Jetzt schon obliegt es den Gezeiten, wie viel von den Bunkern zu sehen ist.
Und warum gerade Maultiere? Auch hier steckt ein gewichtiges Symbol. Maultiere sind eine Kreuzung aus Eselhengst und Pferdestute. Diese Hybriden können sich dann nicht fortpflanzen. So will es die Natur. Und so soll es auch mit dem Krieg sein: Er soll ein für alle Mal ein Ende haben.
So schön die Maultiere auch sind, so sehr sind sie eine zementierte Wahrheit unserer Geschichte, die mir so unendlich leidtut.
That’ll be the end of the war,
When we finally lay down
The barrel and the blade and go home.By the sea, so wide and treacherous,
Natalie Merchant, The End
By the land, so dark and dangerous,
How can we have so far to go?



